Verfasst von: Cem Basman | 21.Mai 2008

Feedbacks

Wir haben in den letzten drei Tagen weit über hundert Mails als Feedback erhalten, die wir nach Kräften zeitnah beantwortet haben. Alle, ohne Ausnahme, waren begeistert. Viele haben uns konstruktiven Feedback gegeben, der uns sehr wichtig ist. Wir konzipieren schon das StartupWeekend 3.0 als Weiterentwicklung.

Moritz Avenarius, Stefan Peter Roos und Alexander Talmon haben in ihrem Blog beispielsweise eine recht interessante Zusammenstellung ihrer Gedanken zum StartupWeekend zusammengestellt. Danke euch dreien!

Stellvertretend für das Echo veröffentlichen wir hier ungekürzt auch ein ausführliches Feedback, das  Friedhelm Oja, Webworker und Teilnehmer beim StartupWeekend, uns heute per Mail geschickt hat:

Startup-Weekend 2.0 in Hamburg

Es waren zwei höchst interessante Tage. Die Arbeitsatmosphäre war toll und sehr fruchtbar, schon bemerkenswert, weil sich die meisten Teilnehmer ja nicht kannten. Die Ergebnisse sind beachtlich. Der Ansatz “Get Real” ist genau das, was zum Ziel führt. Letzlich ist die praktische Umsetzung einer Idee ja die prickelndere Phase der Gründung. Alle Theorie ist grau. Und es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Beim genaueren Hineinsehen in die Arbeitsgruppen entdeckte ich in einzelnen Fällen ein etwas planloses Losrennen der Machertypen, das Zuhören und Abstimmen der Aktionen war bisweilen schwierig. Auch die Bearbeitung von einer Aufgabe in verschieden Gruppen führte zu Reibungsverlusten. Die Verzahnung der Arbeitsthemen ist ja auch eine kniffelige Sache. Und es hat geklappt! Da wird in größeren Unternehmen wesentlich mehr Potenzial verschenkt. Vor dem Hintergrund, dass unser “Playground” für 2 Tage eingerichtet war, konnte das Unproduktive wie Hahnenkämpfe und das allgemeine Gegacker des Hühnerhofes einfach auf den 3. Tag verschoben werden. Es wird jetzt online nachgeholt – oder auch nicht.

“indawo Ltd.” ist gegründet und entwickelt sich weiter. Die Entscheidung der Schluss-Abstimmung, dieses Unternehmen zu gründen, führe ich auf die geringere Komplexität des Konzeptes (im Vergleich zu lockerlernen.de) zurück. Die Realisierung ist greifbarer. Für “lockerlernen.de” sehe ich keine günstige Ausgangslage und befürchte, da jetzt alle auch Shareholder von “indawo” sind, dass das Engagement abnimmt. Ich lasse mich aber gern positiv überraschen und unterstütze beide Projekte.

Nach dem Projekt-Management-Grundsatz “die Ente ist hinten dick” vermute ich, die Probleme der Startup-Phase sind nicht überwunden. “Get Real” bringt einen beachtlichen Drive in die Sache. Und zu Beginn entsteht der Eindruck, alles geht von selbst. Für die kleineren Probleme stimmt das wohl. Größere Brocken werden gerne ausgeklammert und auf später verschoben. Außerdem: Zeit, Geld, Leute werden immer am Ende knapp.

Vor dem Weekend war ich der Überzeung, über 100 Fremde können keine Firma gründen. Das gelingt oft nicht mal guten Freunden. Jetzt sehe ich und hoffe weiterhin, dass es klappt. Super!

Gedanken für Startup-Weekend 3.0

Die Gruppengröße von weit über 100 Leuten ist für die Gründung einer Firma reichlich viel. Eine Aufteilung auf zwei Projekte war der richtige Ansatz. Aus meiner Sicht ist es jetzt nachteilig, dass nicht zwei Gesellschaften entstehen konnten. Die Tatsache, dass viele Teilnehmer aus ganz Deutschland zusammen kamen, könnte jetzt bremsen, wenn weitere Treffen nötig werden.

Mein Vorschlag wäre, gleich ein Doppel-Wochenende zu konzipieren. Daraus entsteht die Möglichkeit in der Zwischenzeit in kleineren Gruppen weiter zu arbeiten, nicht unbedingt als Nachtschicht. Der Teilnehmerkreis würde sich dabei wohl verringern und auch regional bündeln.

Ich bin Entwickler und identifiziere mich ganz gern mit dem Projektinhalt und lasse mich nicht vor jeden Karren spannen. Also nicht nach dem Motto: “Egal was kommt, wir fangen schon mal an zu coden.”

Eine Ausrichtung des Ideen-Wettbewerbs wäre eine Option

Wie wäre die Vorgabe, es solle “ökologisch” und / oder “gemeinnützig” ausgerichtet sein? Think global, act local.

Danke für das ausführliche Feedback, Friedhelm! 

 

Konstruktive Vorschläge sind immer willkommen und sehr wertvoll für uns. In den Kommentaren zum Post im StartupWeekend Blog kann jeder dazu Stellung nehmen. Oder in seinen Blogs darüber schreiben und diesen Post per Trackback informieren. Lasst uns die Diskussion weiterführen…


Antworten

  1. [...] more feedback here, and Flickr evidence here! Filed under StartupWeekend, Hamburg, lockerlernen and [...]

  2. Eine kurze Idee hätte ich schon mal:
    Wie wäre es beim nächsten SUW ein paar Soziologen oder ähnliches einzuladen. Ich glaube es wäre sehr spannend die gruppendynamischen Prozesse die auftreten zu beobachten und zu beschreiben. :-)

  3. @Jan, SUW ist praktizierte Soziologie pur! Ja, warum nicht :-)

  4. Es war ein schönes und lehrreiches Wochenende. Danke Cem & Jason & Alle!

    Meine Vorschläge für StartupWeekend 3.0:

    1. deutlich weniger als 60 Personen pro Gruppe (max. 20).

    2. Gruppenfindung in Ruhe vorab mit einer Online-”Stellenbörse” und nach klassischen Kompetenzfeldern (z.B. Development, Design, Konzept, Marketing, Recht, Organisation/Geschäftsführung)

    3. Die GLEICHE Geschäftsidee von mehreren Gruppen parallel entwickeln lassen. Eine Jury/das Internet/sonstwer kürt am Ende einen Sieger.

    Ich wäre auf jeden Fall wieder dabei! :-)

  5. Punkt 1 und 2 finde ich interessant, Holger! Punkt 3 weniger. Denkbar ist auch bis zur “Halbzeit” am Samstagabend parallel zu arbeiten, dann das chancenreichere Produkt auszuwählen, um anschliessend alle (!) gemeinsam daran arbeiten zu lassen. So gäbe es nur “Sieger” :-)

  6. Diesmal bin ich leider nicht dabei gewesen, aber cool, dass wieder eine nette Idee in 2 Tagen entstanden ist.
    Beim 3.0er wäre ich auch gerne wieder dabei ;-)

  7. Das eine tun ohne das andere zu lassen ;-)

    Holger, ich finde deine Vorschläge 1 & 2 auch interessant, fand aber gerade die Dynamik und die Prozesse, die sich durch den chaotischen Haufen entwickelt haben und mussten, sehr spannend.

    Jan, Soziologen und Psychologen hätten da definitiv ihren Spaß. Werde mal meine Kollegen der http://www.respectresearchgroup.org fragen, ob sie nicht mal jemanden zu einem kommenden SUW senden wollen.

    Cem, die Idee ab der Nacht an einem Projekt zu arbeiten finde ich gut. Frage mich nur, ob die Integration von 70 Leuten am vergangenen Wochenende unter Vollast geklappt hätte.

    Egal wie, egal was: Jede Spielart wird spannend!

  8. ÜÜber respect research hatte ich vor einiger Zeit gelesen. Interessantes Topic.

    SUW ist natürlich ein spannender Feldversuch. Nur sollten wissenschaftliche Beobachter den Lauf am Wochenende nicht beeinträchtigen.

  9. Ja, da stimme ich dir völlig zu. Interessant wären eventuell kurze Zwischenbefragungen, vor allem aber stille Beobachtung.

    Ebenso wäre es denkbar, einige Experten für Gruppenprozesse, Teamentwicklung etc. mit in die Orga zu schicken – also, Moderation & Leitung jenseits des Inhalts.

    Ja, Respekt ist ein interessantes Topic – erzähle gerne mal mehr zu dieser Gruppe. Bin da selbst mittlerweile eher Alumni & Externer, die Gruppe ist aber weiter forsch am Forschen ;-)

  10. Ich frage mich ehrlich gesagt, was 120 Leute die ganze Zeit gemacht haben. Ein paar haben Grafik gemacht, ein paar den HTML und Technik Teil und ein paar andere den Wirtschaftlichen Bereich.

    Aber was zum Teufel machen die anderen 100 Leute die ganze Zeit?

    Die Projekte sind ja nun nicht so aufwendig gewesen, dass 100 Leute daran mitarbeiten müssen…

    Und was ist eigentlich aus Edelbild geworden?

  11. Danke für die ausführliche Antwort…


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