StartupWeekend ist ein permanentes Experiment. Ein Feldversuch in Crowdsourcing und Crowdfunding. Themen, die man nicht aus Büchern, sondern nur im echten Leben erlernen und erforschen kann. StartupWeekend 2007 in Hamburg war ein erster Versuch. Ein Prototyp wie die “Weisheit der Massen” produktiv umgesetzt werden kann. Das Beta war bemerkenswert. Und doch gab es eine Reihe von Erkenntnissen, die wertvoll für die weitere Arbeit sind.
Die wichtigste Erkenntnis war, dass unsere Arbeit nicht mit dem Ende der Veranstaltung aufhören kann. Unsere Vorstellung im September 2007 war naiverweise, dass das Startup, das wir alle gemeinsam gegründet hatten, seinen weiteren Weg mit eigener Kraft weitergehen kann. Das war falsch.
Edelbild Ltd., das erste Startup seiner Art, ist bisher nicht produktiv gewesen. Es hat Probleme sowohl im Mangement wie auch beim Mitarbeiterteam gegeben. Die Grundidee und das Geschäftsmodell von Edelbild sind gut. Management und Mitarbeiter sind qualifiziert und anfangs auch sehr engagiert gewesen. Mittlerweile sind aber sechs Monate vergangen und das Unternehmen ist nicht produktiv. Warum ist das so?
Der entscheidende Grund ist, nach Meinung von Jason und mir, dass trotz allen Vorschusslorbeeren und Marketinghype, den Edelbild zum Start hatte, die nachhaltige Motivation für das Team fehlte. Die nachhaltige Motivation ist nach unserer Auffassung, dass u.a. ein angemessens Budget und somit auch die Bezahlung für das Team fehlte. Von irgendetwas muss man leben, wenn man sich auf eine anspruchsvolle Aufgabe konzentriert. Das Budget gehört zur Professionalität mit. Mit “Working for Shares” alleine war das offensichtlich nicht zu schaffen. Das Crowdsourcing ohne entsprechendes Crowdfunding ist nur zur Hälfte Wert. Es ist Fun, aber eben auch Arbeit. Und Arbeit, die über einen Zeitrahmen hinweg geht, muss bezahlt werden. Natürlich hätte man die Aufgaben, die den Aufbau von Edelbild vorantreiben auch anders, handlicher portionieren können. Natürlich hätte man in kleineren Schritten launchen können. Sich auf praktische Arbeitsmethoden verständigen können. Das permanente Beta im Webgeschäft. Edelbild ist zweifellos ein interessantes und modernes Geschäftsmodell, es nutzt als Marktplatz geschickt die “unfakturierte Zeit” Leerlaufzeiten von Fachleuten, Freiberuflern und auch Amateuren produktiv und verhilft ihnen zu zusätzlichem Einkommen. Ein Modell, dass sehr gut auch für viele andere Anwendungsgebiete funktionieren kann.
Jason und ich haben beschlossen beim StartupWeekend @CeBIT ein professionelles Management für das nächste Startup auszuschreiben und das neue Unternehmen auch mit einem Budget auszustatten. Momentan putzen wir dafür Klinken. Jeder aus der Crowd kann sich für die Managementpostionen bewerben. Professionell mit Vita und muss sich sekber pitchen. Die Crowd entscheided, wen ihr Vertrauen gilt. Die Konditionen werden vorher festgelegt. Die Aufgabe dieses Managements ist es, u.a. das Funding für das Unternehmen zu sichern und das “Produkt” des Unternehmens zum fliegen zu bringen. Das Engagement ist zunächst auf drei Monate begrenzt. Es kann maximal um drei Monate aus wichtigem Grund verlängert werden. Als Sicherheit werden Jason und ich uns als Tandem auch zur wahl stellen. Wir haben auch gelernt, dass wir nicht nur Hebammen des Kindes sind, sondern auch Eltern. Der Erfolg des Startups treibt auch StartupWeekend nach vorne. StartupWeekend ist nur ein Teil unserer grösseren Vision, von dem später die Rede sein wird. Oberstes Gebot bleibt grösstmögliche Transparenz und Fairness.
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