Cem hat mich gebeten, ein paar Gedanken zu folgender Frage niederzuschreiben:
Welcher Gründungsidee würdest du die besten Erfolgschancen geben?
Wie viele andere habe ich mir natürlich imVorfeld auch schon einige Gedanken dazu gemacht, welche Konzepte für unser Gründungswochenende erfolgversprechend sein könnten. Hier würde ich die Frage gerne etwas erweitern und ein paar Gedanken dazu formulieren, welche Chancen und Ansprüche wir mit dem StartupWeekend haben können.
Inspiriert durch Stefans Blog (Cem berichtete) und die aktuellen Ereignisse um Kiva habe ich mir überlegt, ob es nicht unser Anspruch sein sollte, nicht nur den Prinzipien der Nachhaltigkeit (sozial wie auch ökologisch) Rechnung zu tragen sondern sogar versuchen einige Ideen in diese Richtung ins Spiel zu bringen.
Ansonsten halte ich allgemein die Idee der Disintermediation (bei Kiva is das ja keine echte, aber es geht in die Richtung) für sehr spannend. Eine konkrete Idee habe ich dazu noch nicht, aber vielleicht inspiriert dieser Text ja jemanden zu einer solchen…
Was natürlich immer spannend sein dürfte, ist das Thema Kommunikation. Twitter und andere Dienste zeigen, dass hier keinesfalls das letzte Wort schon gesprochen ist – hier ist also auch noch einiges möglich…
Prinzipiell ist es natürlich sehr schwer, eine wirkliche Innovation zu bringen, da dies wohl zu viel Zeit kosten dürfte. Hier muss man auch bei der technischen Umsetzung darauf achten, dass es nicht zu umfangreich wird. Mittlerweile gibt es schon einige Frameworks, die die Umsetzung vereinfachen. Hier ist natürlich die Sprache Ruby on Rails zu nennen, mit der man einfach und schnell Projekte coden kann. Aber auch für PHP sind mit CakePHP und anderen schon Pakete vorhanden, mit denen es einfacher wird, Projekte umzusetzen.
Zusätzlich sollte man überlegen, ob es nicht auch Sinn macht, fertige Systeme einfach anzupassen. Hier gibt es alleine auf dem CMS-Markt etliche Beispiele wie WordPress oder Drupal, die sich relativ einfach modifizieren lassen und so einiges an Arbeit an ‘Grundfunktionalitäten’ einsparen.
Letztendlich ist es für uns wichtig bei den einzelnen Pitches nicht nur die Idee an sich zu bewerten, sondern auch zu überlegen, ob diese innerhalb des StartupWeekends umgesetzt werden kann.



Generell finde ich “Soziale Geschäftsideen”, die nicht nur auf Profit ausgerichtet sind, für das Wochenende sehr spannend.
Denn so kann es nach dem WE auch egal sein, wenn nicht mehr alle zu gleichen Teilen weiter daran mitarbeiten. Denn wenn statt monetärem Profit vor allem etwas “Gutes für die Allgemeinheit” als Redite anfällt, kann es keinen Streit über die Verteilung geben.
Selbstverständlich können auch “soziale Projekte” eine finanzielle Rendite abwerfen, aber in meinen Augen muss das bei unserem Projekt nicht sein.
Sinnvoll fände ich auch Geschäftsideen, die alle beteiligten “Gründern” auch irgendwie an ihre sonstigen Projekt ankoppeln könnten.
Fiktives (!) Beispiel (allerdings ohne sozialen Touch): Versteigerungsplattform für Textlinks – Wenn nur die Hälfte der SUW-Mitglieder Werbeplätze (z.B. Restplätze) auf Ihren Angeboten zur Verfügung stellen, dann hätte man zum Start der Vermarktung direkt eine anständige Reichweite zur Verfügung.
Von: Ole Boyken am 19.September 2007
um 17:48
Ole, Deine Gedanken kann ich nur unterstützen. Am Montag hatten wir auch einen Pitch “Filmförderung 2.0″ dabei und haben eine ganze Zeit über Förderung von Künstlern oder Kunstprojekten gesprochen – also eine not-profit Idee.
Das gefällt mir auch deshalb so gut, weil die ganze Veranstaltung auf Initiative und Sponsoring beruht und wohl niemand ernsthaft darauf setzt, dass seine Aktie in 2 Jahren eine Million wert ist. Wir machen es, weil wir engagiert sind, weil wir Mut haben und weil wir zeigen wollen, dass es funktioniert. Auch die Nachbetreuung unseres “Kindes” wird vermutlich eher eine Art Ehrenamt sein. Also würde ich eine gute Idee zum Wohle anderer einer mittelmäßigen Idee für Techno- und Internetfreeks klar vorziehen. Warum nicht eine Form von Stiftungsplattform fur normale Menschen die es nötig haben? Ich wäre dabei.
Von: Horst-Peter Traub am 19.September 2007
um 20:30
Kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschließen. Ziel ist es meiner Meinung nach nicht, ein Startup zu gründen, dass binnen 1 jahr Rendite im mehrstelligen Bereich abwirft.
Es sollte ja primär darum gehen den Gründergeist zu stärken oder in einigen zu wecken und das mit sozialem Engagement zu verknüpfen ist insgesamt eine gute Sache. Themen wie soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit etc. rücken immer mehr in den Vodergrund.
Aber generell bin ich für alles offen und lasse mich überraschen.
Von: Christian Rieger am 19.September 2007
um 21:24
Ich stimme zu, daß wir in diesem Stadium dieses neuen Gründungs-Verfahrenstyps “StartupWeekend” – so kurz nach der Idee – vermutlich nur schwierig tatsächlich kommerziell erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt bringen können. Andererseits ist aber gerade das für mich der Reiz an der Veranstaltung, denn ich glaube, daß wir mit der geballten Geisteskraft, der vorhandenen Motive, der bereitstehenden Erfahrung und der anwesenden Moderationsfähigkeiten tatsächlich alle notwendigen Aspekte des Geschäftes binnen 48 Stunden zusammen bekommen können.
Nicht minder engagiert würde ich aber auch die Zusammenarbeit an einem Charity-Projekt sehen, dann gerade um so mehr, wenn es tatsächlich um Hilfe und Unterstützung für Menschen/Gruppen geht, die ansonsten nicht fortkommen würden.
Ich glaube jedenfalls nicht, daß das Projekt nach Veranstaltungsende einschläft, die Veranstaltung also wirklich bloß eine Party gewesen wäre. Dafür läßt sie jetzt schon zu viele tragfähige Strukturen erkennen, sind die Vorbereitungen stabil, sind die vorgesehenen Verfahren durchdacht und – sind wir zu viele: es finden sich sicher 20 Leute, die am Schluß ernsthaft weiter machen.
Für mich ist der 48 (plus Freitag=58)-Stunden-Weg des SUW nur das erste Ziel. Im Unverbindlichen zu enden, egal ob kommerzielle Idee oder Charity-Projekt, betrachte ich jedenfalls als Verlust.
Von: Bernhard Lücke am 19.September 2007
um 21:27
sehr gut! hatte schon die befürchtung, dass sich keiner mit der idee anfreunden kann, eine mehr soziale und weniger renditeträchtige idee zu unterstützen…
unser riesen vorteil ist eben, das wir nicht mit der erwartungshaltung in das wochenende gehen, einen super exit zu machen, sondern vor allem neue erfahrungen zu machen und spass dabei zu haben, mit den anderen gemeinsam ein projekt umzusetzen.
in diesem sinne hoffe ich, dass wir einige interessante ideen zusammenbekommen, die in diese richtung führen…
Von: Andreas Dittes am 20.September 2007
um 1:11
@Ole:
– Finde ich ist eine gute Aussage.
– Halte ich für nich realistisch, da alle zu unterschiedliche Projekte und Schwerpunkte haben.
@Christian:
– Ja! Aber nicht nur!
@Bernhard: Ich glaube auch, das das Weseltliche machbar ist innerhalb von 48 Stunden.
@Andreas: Ich finde, den Ansatz ein “soziales Projekt” als Thema zu nehmen gut und sympathisch. Vorallem unter dem Aspekt, was Ole auch anfangs gesagt hat (”Streit um Verteilung”). Aber trotzdem würde ich kommerzielle Projekte nicht ausschliessen wollen. Der offene Wettbewerb soll einfach in der ersten runde ebtscheiden, welche Idee den grössten Charme, das grösste Potential hat.
Von: Cem Basman am 20.September 2007
um 8:31
Ich dachte auch eher an etwas gemeinnütziges, schon alleine, um die Beteiligungsfrage zu entschärfen. Allerdings ist doch im Prinzip jede Webseite, die man kostenlos ins Netz stellt, gemeinnützig.
Von: Björn am 20.September 2007
um 13:49
hallo!
ich möchte ein soziales projekt in keiner weise ausschließen und würde auch ein solches -wenn es gegen ein kommerzielles in einer reihe von punkten obsiegt- zur umsetzung befürworten.
würde deshalb, weil ich durchaus auch an das spannende element der interaktion, der crowdintelligence, der (eigen)dynamik in der entwicklung von geschäftsmodellen und -ideen (wie beim IDEENabend gesehen) glaube.
ein anliegen muss IMHO auch von anfang an sein, das kind unserer gemeinsamen bemühungen professionell zu betreuen und nachhaltig und wirtschaftlich in eine stabile zukunft zu führen und damit den beweis zu liefern, dass eine solche konzertierte aktion wie die, die vor uns liegt, machbar und erfolgversprechend ist.
wir können richtungsweisende arbeit leisten und eine ganze reihe von neuen startups nach uns ziehen.
wir können auch bei einem kommerziell geprägten projekt eine sozialen anteil einbringen, in dem wir zB einen teil zu erwirtschaftender gewinne in der zukunft sozialen projekten widmen.
grundsätzlich unterstütze ich aber den nachhaltigkeitsgedanken und denke, dass gerade auch CSR ein gutes thema für ein team am WE sein kann und sollte.
in freudiger erwartung
Oliver
Von: soistdas am 20.September 2007
um 22:29
*GNAK* drecks wordpress bei Fehlermeldung einfach alles zu löschen grrr.
Es gibt wenig langweiligeres, öderes, ineffizienteres und nerviges wie klassisches ’soziales Engagement’.
Ich vermute das die meisten von uns einen weiten Bogen um alles machen, was auch nur ansatzweise so daherkommt.
Trotzdem verbringen vermutlich ebenso die meisten von genau einen Teil ihrer Zeit mit sozialem Engagement – nur eben auf einer anderen, neueren, moderneren Ebene.
Daher bin ich durchaus dafür sich dessen anzunehmen. Und ein “wir geben unseren Anteil einer gemeinnützigen Organisation anstatt jedem 3,5€ auszuzahlen” kann ich auch sehr gut mit leben und trotzdem engagiert am Wochenende mit dabei sein.
Von: Nicole Simon am 20.September 2007
um 23:31
@Nicole: “Es gibt wenig langweiligeres, öderes, ineffizienteres und nerviges wie klassisches ’soziales Engagement’.”
das habe ich in meinem kurzen leben in verschiedenen Projekten ganz anders kennen lernen dürfen. Es ist nur die Frage, wie man es anpackt und was man für sich selbst davon mitnimmt. Wenn es dich langweilt hör auf und such dir etwas neues, wo du wirklich gebraucht wirst und was dich erfüllt!
ich denke wir werden einfach die beste idee nehmen.
schöne grüße
Philipp
Von: Philipp Bethge am 21.September 2007
um 1:39
Philipp schön, daß es auch anderes gibt, nur leider ist mir das noch nicht begegnet.
Daher ja auch mein zweiter Satz: Finde ich gut, und ich bin mir sicher das diese Truppe das Thema ‘anders’ angeht, daher dafür und erwartungsvoll nach vorne blickend.
Von: Nicole Simon am 21.September 2007
um 17:45
[...] Online Stiftung Wie schon im StartupWeekend Blog diskutiert, wünschten sich viele eine non-profit Idee. Dies war der Ansatz, ein Portal für die [...]
Von: StartupWeekend Pitch - Ideenüberblick « Esszencia am 22.September 2007
um 17:49
Ich finde die Idee für sich einfach schon so genial das ich einfach dabei sein muss.
Egal in welche Richtung es sie bewegt.
Ich bin auf jeden Fall dabei.
Von: Panturio am 27.März 2008
um 18:47