Heute waren eine Menge Eindrücke zu verarbeiten. Eben komme ich vom Ideenabend in Hamburg zurück. Spannende Runde, vielseitige Mitstreiter, tolle Ideen. Den Tag über habe ich auch die Ergebnisse in Toronto verfolgt und sogar eine Email von einem der dortigen Teilnehmer bekommen. Das möchte ich zum Anlass nehmen, meinen Vorschlag zum Prozess bei den Sprints etwas zu revidieren.
Folgende Überlegungen:
- Was ist das Einfachste, das noch funktionieren würde?
- Was verleiht uns die maximale Flexibilität in der Umsetzung?
- Was sorgt für die größte mögliche Synchronisation der Teams und für die schnelle Beseitigung von Show-Stoppern.
An einigen Stellen revidierte Idee:
- Es gibt nur genau einen Sprint. Der startet nach der Runde 2 und läuft rund um die Uhr, bis wir es beschließen oder aus organisatorischen Gründen Schluss gemacht werden muss.
- Vor dem Start des Sprints macht man einen zeitnahen Zeitpunkt für das erste Standup-Meeting der Product Owner (Delegierte der Teams) ab.
- Das Product Owner Meeting als offizielles Entscheidungsgremium kann so ablaufen wie beschrieben, aber man verabredet gemeinsam den Zeitpunkt für das nächste Treffen – so wie es die Situation erfordert. Die Etappen sind also flexibel und an den Bedürfnissen orientiert. In Toronto hatte man stündliche 7 Minuten Standup-Meeting, allerdings war auch die Gruppe kleiner.
- Kleinere Fragestellungen und Probleme werden zwischen den Teams direkt ausgeräumt. Echte Show-Stopper müssen in einem sofort einberufenen Standup Meeting geklärt werden.
- Der Rest kann so bleiben wie bereits beschrieben – bis wir gemeinsam anders entscheiden.
Noch meine persönlich Meinung zum Ziel des Sprints: Wir sollten mit dem gerinsten Aufwand den größten möglichen Nutzen erzeugen. Ein funktionierendes einfaches Konzept und geklärte Grundsatzfragen gehen vor perfekter Architektur und perfektem grafischen Layout. Ein laufender Prototyp an dem man etwas diskutieren kann, ist wichtiger als eine durchgestylte Bauruine. Dabei hilft die Frage: Muss es jetzt sein oder kann man es nach dem StartupWeekend noch tun? Um Kent Beck zu zitieren: Make it work, make it right, make it fast! (nicht alles auf einmal, sondern in der Reihenfolge!)



Mir gefällt die 3-Sprints-Variante aus den Regeln ganz gut so, wie sie ist. Dass es zwischendurch der Abstimmung bedarf ist doch absehbar, und da halte ich es für einfacher, auf gemeinsame Termine hinzuarbeiten als wenn sich die Gruppen gegenseitig „on demand“ aus der Arbeit reißen.
Von: Till am 18.September 2007
um 16:18
Till, da hast Du Recht. Natürlich sollen sie sich nicht aus der Arbeit reißen und trotzdem Raum zur Abstimmung haben. Deshalb wird es wie geplant das „große“ Product-Owner/Standup Meeting geben und danach in den Teams entsprechende Neuplanungen. Die Option „on demand“ ist nur in Notfällen angesagt. Intensive Kommunikation z.B. zwischen Developer-Teams wird es unabhängig davon sowieso geben. Der wesentliche Unterschied zur ersten Planung ist: Der Rhythmus ist nicht auf genau 3 Abschnitte mit jeweils X Stunden Laufzeit festgelegt. Die Teams, bzw. deren Delegierte bestimmen also gemeinsam situationsabhängig wie lange ein Sprint-Abschnitt bis zum nächsten Standup Meeting dauern soll. Davon abgesehen lässt das die Option für jeden offen so lange und viel zu arbeiten wie er will – bis man sich einig ist: Jetzt ist Schluss.
Von: Horst-Peter Traub am 18.September 2007
um 17:01