Nach dem Vorschlag zu Rollen im Team, nun etwas zum Thema Werkzeuge. Über den Einsatz von Softwaretools hatten wir ja schon unten eine Diskussion. Fazit: So einfach und flexibel wie möglich, also Karteikarten. Das hört sich primitiv an, funktioniert aber nicht nur in einer Xtreme Hour, sondern auch in echten Projekten erstaunlich gut. Übrigens, eine Xtreme Hour ist ein Simulationsspiel, das ein XP-Projekt mit mehreren Sprints (dort Iterationen genannt) innerhalb einer guten Stunde simuliert, also fast vergleichbar mit unserem Vorhaben. Eine beliebte Übung auf Konferenzen die ich mit viel Spaß auch mehrfach in Schulungen eingebaut habe.
Was macht man also mit den Karten?
Man notiert darauf eine Anforderung oder eine zu erfüllende Aufgabe. Dabei sind für unsere Zwecke folgende Dinge zu beachten:
- Die Karte sollte einen prägnanten Titel haben, der die Aufgabe wiedergibt
- Sie enthält eine Beschreibung des zu erreichenden Ziels und lässt dem Umsetzenden weitestgehend den Weg selbst bestimmen
- Die Karte hat eine laufende Nummer (jedes Team darf seinen eigenen Nummernkreis verwenden), damit man sie schneller wiederfindet
- Damit man weiß, von wem sie kommt und wen man bei Unstimmigkeiten fragen kann, sollte sie den Namen des beauftragenden Teams enthalten
- Natürlich sollte auch nicht der Name des beauftragten Teams fehlen
- Und schließlich ist noch die Angabe der Piorität aus Sicht des Auftraggebers bzw. Product-Owner-Teams sinnvoll, etwas in der Form: Must have, should have, nice to have
- Jeder Auftrag muss in einem Sprint umsetzbar sein, sonst muss er in Teilaufträge zerlegt werden, die man parallel vergibt oder hintereinander in mehreren Sprints
- Wenn der Auftrag erledigt ist, kann man einen Haken dran machen
- Wichtige Ergebnisse kann man auf der Karte notieren, z.B. auf der Rückseite
Das Projekt-Dashboard
Mit den Karten kann man auf wunderbar einfache Weise die Planung und den Fortschritt visualisieren. An einem zentralen Ort (Treffpunkt des Product-Owner-Teams) werden sie an Stellwänden (da werden wir einige brauchen) aufgehängt. Pro Team gibt es eine Spalte und pro Sprint eine Zeile. Zusätzlich noch ein sogenanntes Backlog. Im Backlog werden alle Karten abgelegt die noch nicht abgearbeitet oder in einem Sprint eingeplant sind. Hier landen auch neue Aufträge, z.B. von den Delegierten eines anderen Teams. Fertige Aufträge werden farblich markiert. Die Delegierten der Teams aktualisieren regelmäßig den Status auf dem Dashboard. Das dürfte auch für Zuschauer spannend werden.
Das Team-Log
Damit jedes Team den Überblick über seine Aufträge behält, braucht es Kopien der Karten. Etwas effizienter wäre es, die Informationen der Karten in eine Excel-Tabelle einzutragen. Pro Zeile eine Karte mit ihren Daten. Zusätzlich braucht man Spalten für den Sprint, in welchen der Auftrag eingeplant wurde (1,2,3, ungeplant=Backlog), Erledigt (Ja/Nein), Wer arbeitet dann?, fertig (ja/nein). Sinnvoll ist auch eine grobe Aufwandsschätzung, damit man sehen kann, was alles in einem Sprint gemacht werden kann. Jetzt kommt der große Vorteil einer Tabellenkalkulation zu tragen: Man kann die Liste sortieren, filtern und Summen über die Aufwände bilden.

Soviel zum Thema Werkzeuge und Rollen, als nächstes werde ich versuchen einen Vorschlag zum Ablauf zu machen, dann wäre das Spiel komplett. Übrigens: Ich schreibe hier nur zum Thema, weil es sonst keiner tut. Niemand sollte sich in seiner Kreativität eingeschränkt fühlen, Eure Ideen sind willkommen.
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