Verfasst von: Cihan Aksakal | 26.August 2007

StartupWeekend: Ein Crowdwisdom Experiment

Ich studiere an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW), Fachrichtung Wirtschaftsinformatik, und bereite meinen Abschluss zum Master of Science vor. Ich begleite das StartupWeekend als interessantes neues Experiment mit dem Ziel einen Grobentwurf für meine Master Thesis über das Thema Crowdwisdom zu erstellen. Im Kern geht es darum, praktische Verfahren, Methoden und Werkzeuge für das Crowdwisdom zu finden und ihre Anwendung und Wirksamkeit einzuschätzen, damit möglicherweise Crowdsourcing wissenschaftlich erfahrbar, nachvollziehbar und vorallem Experimente dieser Art optimiert werden können und wiederholbar sind.

Folgende Fragen sind dabei für mich von Interesse, die ich in der Vorbereitung, live beim Event selber sowie in der Nachbereitung verfolgen möchte:

  • Wie sind die Entscheidungsprozesse strukturiert und welchen Regeln unterliegen sie?
  • Wie und von wem werden Probleme dargestellt?
  • Wie und von wem werden potentielle Lösungen vorgestellt?
  • Werden Pro und Kontra der potentiellen Lösungen offen diskutiert?
  • In welcher Form liegen die Diskussionsergebnisse für die Entscheidungsfindung vor?
  • Wie wird die Entscheidung für eine bestimmte Lösung gefällt?
  • Entscheiden Gruppen, wenige Experten oder Leader?
  • Wie wird abgestimmt, anonym oder nicht?
  • Wie lange dauert der gesamte Prozess bis zur Entscheidungsfindung?
  • Wie gut sind die Entscheidungen, gemessen am Erfolg bzw. an den resultierenden Problemen, bei Gruppen-, wenigen Experten- und Leader-Entscheidungen?
  • Sind die Vielen tatsächlich weiser? Gibt es überhaupt signifikante Unterschiede im Ergebnis?
  • Welche Prozesse sind schnell und führen zu den besten Ergebnissen bzw. welche Prozesse sind geeignet für den Geschäftsalltag?
  • Gibt es Unterschiede in der Ergebnisqualität, wenn nach Funktionsbereichen/Abteilungen (Technik, Produktmanagement, Marketing usw.) unterschieden wird?

Wichtig beim Startup Weekend wird es sein, viele Entscheidungen in kurzer Zeit zu fällen. Fehler kann man nicht vermeiden, stellt man jedoch klare Regeln auf und kommuniziert einen Entscheidungsprozess, würde man sich der Weisheit der Vielen bedienen können. So meine These. Damit dies klappt müssen jedoch die aufgestellten Regeln befolgt werden. Handeln viele aus Gruppenzwang oder entscheiden wenige Experten, sollten keine Crowdwisdom Effekte erwartet werden. Zu Hinterfragen wäre natürlich, ob es so etwas wie Crowdwisdom in der Praxis überhaupt gibt? Werden wir fassbare, positive Effekte im Sinne des Crowdwisdom beim Startup Weekend beobachten können oder werden wenige Leader das gesamte Geschehen besser vorantreiben? Nach einer entsprechenden Aufarbeitung des Startup Weekends wird es hoffentlich Antworten auf diese und mehr Fragen geben. Von zentraler Bedeutung wird sein, ob das Startup Weekend die nötigen Rahmenbedingungen erfüllen und Informationen für solch eine Aufarbeitung liefern wird.


Antworten

  1. [...] Für die Evaluation aus wissenschaftlicher Sicht, aber sicher auch für produktiven Input wird Cihan [...]

  2. [...] ich habs ja gewusst, wir sind Trend! Bin gespannt ob das Logo unseres Babys einem Trend folgt oder eher schwer gegen den Wind [...]

  3. [...] Cihan Aksakal, schreibt Diplomarbeit darüber. [...]


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