Till Achinger stellt sich der Herausforderung, den Ameisenhaufen beim StartupWeekend zu synchronisieren. Ich denke auch, dass das die eigentliche Challenge darstellt. 100-200 hochmotovierte Gründer, Generalisten und Spezialisten, sinnvoll im Ablauf (vorallem in der dritten Runde) zu koordinieren. Aufgabenpakete zu designen, diese Pakete stringent und effizient abzuarbeiten und „passgenau“ wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen. Das ist nicht trivial. Till favorisiert eine Art „Agile Businessentwicklung“:
Sobald die Businessidee feststeht werden für jede Gruppe Ziele definiert und weiter untergliedert. Jede Gruppe priorisiert die Ziele und definiert die Voraussetzungen zur Verwirklichung, die von anderen Gruppen zunächst erfüllt sein müssen. Das Wochenende wird in kurze “Sprints” unterteilt, die in meiner Vorstellung zwei Stunden dauern. Am Ende jedes Sprints treffen sich, während die anderen Gruppenmitglieder weiterarbeiten, Vertreter der Teams, um den Fortgang, neue Ergebnisse und Voraussetzungen zu besprechen – und natürlich die neuen Ziele abzugleichen. Das sollten m.E. NICHT die Teamleiter sein. Die haben anderes zu tun.
Eine Art “Sprint-Koordinator” müsste sich um die Synchronisation und Koordination der Sprints kümmern, Aufgaben priorisieren, die Treffen leiten und die Gruppen ins Bild setzen. Hört sich noch kompliziert an, wird aber noch Struktur gewinnen.
Das ganze sollte aber irgendwie auch etwas toolgestützt sein, finde ich. Damit das noch überschaubar und nachvollziehbar bleibt. Wir brauchen etwas, um die Aufgabenpakete darzustellen. Pinnwand geht natürlich auch. Oder etwas elektronisches.
Ich halte eine einfache und robuste Lösung für das Problem der Koordination für einen der Schlüsselfaktoren für den Erfolg von StartupWeekend.



Hey Cem, ich bin eigentlich gar nicht da aber schau Dir das mal an: http://de.wikipedia.org/wiki/Trac Dürfte für das SUW ideal sein!
Von: Sven am 25.August 2007
um 20:34
Ja, ich würde auch sagen dass Trac in Verbindung mit Subversion schon ganz brauchbar sein könnte!
Gerade auch wenn nachträglich noch Bugs gefunden werden, oder Erweiterungen programmiert werden müssen!
Von: Marco am 25.August 2007
um 21:22
Wie wärs mit nem SCRUM-ähnlichen Ansatz? Sprints usw.. Teilpakete/projekte Priorisierung… klare Rollen, basiert darauf, dass alle Teilnehmer hoch-motiviert, Team-Player, Wissenseträger und selbstorganisierend sind etc…
Sehr schlanke Projektmanagement-Variante… hab ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Nehmen daraus was wir brauchen.. kein Tracking-Overkill.. und wir haben ein gutes Framework um uns zu syncen, koordinieren und schnell neue Schritte zu planen…
-J
Von: Joerg Battermann am 25.August 2007
um 22:20
[...] Cem angekündigt hat, werde ich versuchen, den quirligen Haufen am ersten StartupWeekend zusammenzuhalten. Meine [...]
Von: “Gedränge” auf dem StartupWeekend « PFANDTASSE am 27.August 2007
um 13:34
Die Idee eines SCRUM-artigen Ansatz halte ich für gut und förderlich, um in kurzen Zyklen die parallel arbeitenden Teams synchronisieren zu können. Wie Till Aichinger oben geschrieben hat, heißt SCRUM Gedränge – ABER der Begriff kommt aus dem Rugby und meint das geplant koordinierte Gedränge beim Spielneustart z.B. nach einem Aus. Daher ist der Name Programm: In kurzen Zyklen das Spiel gemeinsam neu starten und ein Stück vorankommen.
Mir wäre nur wichtig, dass wir das SW nicht zum Experimentierfeld für SCRUM machen. Am einfachsten ist es, sich aus verschiedenen agilen Methoden zu bedienen – denn genau so sind sie auch gedacht. Nach meiner Erfahrung lassen sich damit Teams von ca. 12 Personen noch steuern.
Den Einsatz eines Projektmanagement-Tools sehe ich skeptisch. In Schulungen die ich zu dem Thema gemacht habe, haben wir z.B. eine Xtreme Hour als Übung durchgeführt und in etwas mehr als einer Stunde ein Projekt durchgezogen. Dazu eignen sich wenn es schnell gehen soll tatsächlich A5 Karteikarten und Präsentationswände noch am besten. Vorteile: Minimaler technischer Aufwand und geringes „Absturzrisiko“, wirklich jeder ist spontan in der Lage damit zu arbeiten und die Karten zu nutzen, Transparenz: Jeder kann jederzeit plastisch einen Überblick über die Anforderungen erhalten, man kann sie stapeln, markieren, numerieren, sortieren, gruppieren, anheften und jeder kann es sofort sehen und mitmischen. Das machen viele Teams nicht nur in der Schulung so.
Besonderer Bedeutung wird nach meiner Ansicht der Koordination der Teams untereinander zukommen. Auf der Ebene findet die Kunst statt. Das ist auch für geübte SCRUM Experten und XP Fetischisten mal eine ungewohnt neue Aufgabe und Herausforderung.
Selbst in der „normalen“ Projektartbeit dauert es Diskussionszeit und mindestens 2 Sprints/Iterationen bis sich ein gutes Teamvorgehen eingeschwungen hat.
Deshalb empfehle ich ein im Vorfeld verabredetes, akzeptieres und dokumentiertes einfaches Verfahren mit klaren Regeln und Rollen und der Möglichkeit das Verfahren im Prozess (nach dem Sprint) einmal koordiniert zu modifizieren. Außerdem halte ich 3 Sprints für erstrebenswert: Exploration, Implementation, Fixing/Abrundung
Ein paar weitere Fragen, mit denen man sich gut beschäftigen kann:
- Wird es einen Produktowner / fachlichen Auftraggeber (-Team) geben der die Tasks definiert?
- Dürfte dieses „Business Development Team“ die Anforderungen wirklich frei definieren – ohne Rücksprache im Plenum oder steht nach Runde 2 schon alles fest?
- In welchen Zyklen werden neue Anforderungen gestellt / eingeplant?
- Was ist das Gegenstück zum Iterationsmeeting / zur Sprintplanung auf Ebene des Plenums? Brauchen wir das überhaupt?
- Welche Rollen brauchen wir in den Teams und teamübergreifend wirklich und was sind die Aufgaben?
- Werden die Teams netzwerkartig oder eher hierarchisch verlinkt?
Von: Horst-Peter am 27.August 2007
um 22:07
Ich bin erst heute mit dem Projekt in Berührung gekommen, finde es sehr interssant und spannend.
Meine Ansicht nach ist die Nutzung einer Methode und eines Tools sicherlich sinnvoll. Ich selbst habe mit der „Walt Disney“ Methode sehr gute Erfahrungen gemacht. Hierbei gibt es 3 Räume (Visionär, Macher und Kritiker) die vergleichbar mit den Scrum Sprints in einzelnen Phasen durchlaufen werden. Hier wird bewußt in dem jeweiligen Raum mit bestimmten unterstützenden Methoden und Medien gearbeitet. Die Nutzung eines Tools würde sich lediglich im Raum der Macher anbieten. Der Raum der Kritiker wird im Ergebnis die Impediment Liste füllen.
Einen wesentlichen Vorteil der Walt Disney Methode, die vielleicht für Scrum hilfreich wäre, sind einfache Regeln, die für die Räume vereinbart werden. Im Visonär wird nicht kritisiert und nicht gemacht. Im Macher wird nicht weiter geträumt und nicht kritisiert. Im Kritiker wird erstmal viel WERTSCHÄTZUNG geübt und dann Wegelagerer, Hindernisse und KO Kriterien identifiziert.
Ich persönlich bevorzuge in LifeSessions auch handbeschriebene Karten, wobei ich ein Tool spätestens zur weiteren Bewertung für sehr sinnvol halte.
Was ich sehr spannend finde, ist wie ein Ideen Ranking sich in der Gruppe entwickelt.
Von: Peter Heßbrüggen am 29.August 2007
um 12:09
Horst-Peter, danke für das ausführliche Feedback! Karteikarten und Präsentationswände sind ein guter Punkt. Machen wir so.
Intern sollten die Kompetenzgruppen über die für sie angemessenen Instrumente selbst entscheiden, für die Koordination darüber hinaus ist ein solches Board aber die schlankeste Lösung. Spart auch eine Menge Einweisungszeit.
Deine weiteren Punkte sind zur Klärung notiert. Vorschläge und Anregungen auch gern per Mail oder in der PFANDTASSE.
Grüße, Till
Von: Till am 29.August 2007
um 12:52
Peter, danke auch an Dich für den Hinweis. Über die Methode habe ich mich eben ein Bisschen schlau gemacht, habe aber noch ein Bisschen Bedenken, was den Zeitbedarf angeht. In der reinen Planungsphase könnte das ein gangbarer Weg sein, in der Durchführung ein solcher Rollenwechsel schon arg auf, oder? Da sollten zumindest die meisten im „Macher“-Modus sein. Vielleicht stellen wir ja ein paar Visionäre und Kritiker ab. Erfahrungsgemäß gibt es die aber ohnehin.
Von: Till am 29.August 2007
um 13:16
Till, wie es immer so ist bei Methoden, muß man für die Aufgabenstellung die richtige Ausprägung finden. Der Zeitbedarf für die einzelnen Räume kann ebenso begrenzt werden wie es den äußeren Rahmenbedingungen entspricht. Im Vergleich zu den Rollenzuordnungen bei Scrum wird hier nur ein Moderator benötigt, und die Teilnehmer befinden sich alle in einer Teamrolle die den jeweiligen Aspekt (Ideen finden – Visionär, oder Ideen in konkrete Umsetzungsbausteine aufteilen – oder das ganze kritisch beleuchten) befinden.
Diese Vorgehensweise hat bei einer völlig neu zusammengestellten Gruppe den Vorteil, daß man noch keine eindeutigen ProduktOwner hat, wie es bei Scrum notwendig ist.
Ich selbst benutze die Methodik z.B. in Meetings, um Beiträge von Ideen-Typen, Macher-Typen und ewige Kritiker-Typen zu würdigen ohne den Prozess zu unterbrechen, und lasse die Inhalte auf Grüne (neueIdee) Blaue (Vorschlag zur Umsetzung) und Rote Karte (kritischer Einwand) aufschreiben.
Von: Peter Heßbrüggen am 29.August 2007
um 14:35
[...] computergestützte Tools wie Trac angeht, hat Horst-Peter in seinem Kommentar im StartupWeekend-Blog sehr schlüssig für “Hardware” plädiert, [...]
Von: Trickfilmlegenden und Karteikärtchen « PFANDTASSE am 1.September 2007
um 19:52
[...] Ideen wachsen über das Wochenende hinaus? Wir werden ein Tool haben, um sie trotzdem zu [...]
Von: Sei ein guter Startup Weekend Designer! « StartupWeekend am 5.September 2007
um 14:29
[...] es mal mit Ideen für die Ablauforganisation. Angeregt durch Till Achinger habe ich mich zu diesem Thema schon zu Wort gemeldet und mich mit Cem auf ein Gläschen getroffen. Erste Ergebnisse findet man [...]
Von: Horst-Peter Traubs Weblog am 7.September 2007
um 18:42
[...] es mal mit Ideen für die Ablauforganisation. Angeregt durch Till Achinger habe ich mich zu diesem Thema schon zu Wort gemeldet und mich mit Cem auf ein Gläschen getroffen. Erste Ergebnisse findet man [...]
Von: StartupWeekend am 7.September 2007
um 19:47