Verfasst von: Cem Basman | 16.August 2007

Einige Gedanken zum Einsatz von Xing für StartupWeekend

Während die Antworten zu den Einladungen eintrudeln zum StartupWeekend Germany in Hamburg am 22./23.9.2007, einige Bemerkungen und Gedanken zum Einsatz von Xing als Tool für die Organisation einer Veranstaltung.

Als ich StartupWeekend vor einem Monat initiierte, da hatte ich noch keine Vorstellung davon, ob und wann tatsächlich das Event stattfinden würde, wo und mit wem. Schon gar nicht, was und wie wir dort etwas machen würden. Es war also eine sehr wage Situation. Ein herkömmliches Einladungstool hätte mich damals nicht sehr weit gebracht, da es in aller Regel zumindestens Orts- und Terminangaben erfordert.

Der erste Schritt war unbewusst, erst einmal eine Art von Gemeinschaft aufzubauen. Und die Frage zu beantworten, wer sich denn dafür überhaupt interessiert. Ein kleine Community musste etabliert werden. Da wir ja am Ende ein Unternehmen gründen wollen, musste ich zudem einigermassen sicher sein über die Identitäten der möglichen Teilnehmer. Allerdings ohne, dass jeder seinen Personalausweis hätte zücken müssen zu diesem frühen Zeitpunkt. Ich wollte schon, dass Interessenten mit ihrem realen Namen sich als echte Personen vorstellten. Im Internet nicht immer selbstverständlich. Deshalb war Xing eine gute Einstiegsalternative. Ich stellte nämlich fest, dass fast alle, die bei mir kommentiert hatten, auch in Xing eingetragen waren. Auch wenn sie über einen Nickname kommetiert hatten, so hatte ich doch meist den Klarnamen in der bei mir registrierten Antwort-Mailadresse, die ja nicht im Blog veröffentlicht wird. Also entschied ich mich für Xing und die Gruppenfunktion von Xing. Freundlicherweise richtete mir Xing über das Wochenende die Gruppe auch ein. Nochmals meinen Dank an dieser Stelle. Ich weiss, dass das nicht normalerweise so schnell geht…

Alle, die kommentiert hatten oder sonst am Anfang ihr Interesse bekundet hatten, lud ich in die Xing Gruppe ein. Foren wurden eingerichtet und auch angenommen. Wir hatten ziemlich schnell eine Community, deren Mitglieder mit Namen, Bild und sonstigen Angaben transparent für alle anderen waren. Das ist ein unschätzbarer Vorteil bei unserer Aufgabe. Ein Xing-Eintrag hat einen hohen Stellenwert bezüglich Glaubwürdigfkeit und auch Reputation, da ich und alle anderen auch sehen können, in welchen anderen persönlichen Netzwerken und Communities jemand eingebunden ist. Was die Person macht oder bisher gemacht hat ist meist sichtbar. Und das ist gut so.

Viele Interessenten kamen natürlich auch mit der Verbreitung der Idee von StartupWeekend in der Blogosphäre, in den Foren und aus dem restlichen Internet. Personen, die ich zunächst nicht direkt kannte, aber durch ihren Xing-Eintrag irgendwo in die vorhandenen persönlichen Netzwerke als Referenz einordnen konnte. Da wir nur einen begrenzten Teilnehmerkreis haben konnten (aus organisatorischen und budgettechnischen Gründen) spielt die vermeintliche Reputation, Referenz oder Kompetenz schon eine grosse Rolle. Aus Kapazitätsgründen musste ich dann allerdings vor zehn Tagen den Zugang zur Xing Gruppe und somit zum Event auch leider erst einmal schliessen. Alle, die aber angeklopft haben, sind trotzdem registriert, auf Warteliste für diesesmal oder für das nächste Mal.

Xing und die komfortablen Gruppenfunktionen sind da eine grosse verlässliche Stütze in der Betreung der Community. Im nächsten Schritt folgten dann die Einladungen an die Gruppenmitglieder. Mittlerweile stand nun auch Ort, Zeit und Inhalt fest für die Veranstaltung. Xing ist vielleicht kein extrem ausgefuchstes Einladungstool, es bietet jedoch alle Basics und ein bischen mehr. Ich kann Teilnehmer vollständig in den Einladungslisten organisieren, habe jeder Zeit den Status einer Person, kann nachträglich Teilnehmer einladen, jeder Teilnehmer kann die aktuelle Liste und den Einladungszustand sehen, Änderungen in Ort und Zeit können gemacht werden, Export in Outlook oder Listen zum Ausdrucken bzw. um Namensschilder herzustellen… und ich habe immer alle Informationen, die eine Person über sich selber freigegeben hat, an einer Stelle. Das ergibt immer ein recht verlässliches und glaubhaftes Bild über die Gruppe der teilnehmer. Und das ist ein sehr gutes ebenfalls verlässliches und ehrliches Bild über das Event. Das ist eine gute Reputation für eine Veranstaltung.

Was ich an einer Xing Einladung noch vermisse, ist die Möglichkeit Tickets damit auch zu verkaufen und über Checkboxen einige veranstaltungstypische Standardangaben bei einer Antwort mitzuschicken. Mit Checkboxen hätte ich leicht abfragen können, ob jemand eher Business- oder Technik-Interessen hat oder ob jemand auch am Warmup am Freitagabend teilnehmen möchte. Mit Tickets hätte ich ein Pfand oder einen symbolischen Eintritt für die Anmeldung verlangen können. den ich möglicherweise sogar über Paypal oder Amazon hätte abwickeln können.

Das StartupWeekend Blog spielt beim Aufbau der Community eine sehr wichtige ja entscheidende Rolle. Ohne dieses Blog wäre die Community nicht vollständig. Es ist sogar eher so, dass das Blog das Zentrum der Community ist und die Xing Gruppe ein „spezialisierter Dienstleister“, der hervoragend seine Arbeit bisher gemacht hat. Zum Thema Blog werde ich später gesondert meine Gedanken schreiben.

Mein Fazit bisher über die Möglichkeit per Xing für eine Veranstaltung eine Community aufzubauen und diese anschliessend einzuladen, ist recht gut. Es geht schnell, einfach und zuverlässig mit einer sehr hohen Aktualität sowie mit einer relativ guten Referenz zur Glaubwürdigkeit, Reputation oder Kompetenz der Teilnehmer. Und das wirkt sich eindeutig auf die Glaubwürdigkeit und Reputation der Veranstaltung aus.


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